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Allgemeine Informationen

Die Hauptschule in NRW

Die Hauptschule vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung, die insbesondere auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Nach dem Besuch der Hauptschule können sie aber auch vollzeitschulische Bildungsgänge des Berufskollegs besuchen. Hier können sie berufliche Kenntnisse oder einen Berufschulabschluss sowie weiterführende Abschlüsse bis hin zur Fachhochschulreife erwerben. Leistungsstarken Schülerinnen und Schülern steht der Weg zur allgemeinen Hochschulreife offen. Sie können die gymnasiale Oberstufe des Gymnasiums, der Gesamtschule oder das berufliche Gymnasium am Berufskolleg besuchen.

Eines der zentralen bildungspolitischen Ziele der Landesregierung ist die Weiterentwicklung der Hauptschule, damit die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler verbessert werden. Zu diesem Zweck wurde die „Qualitätsoffensive Hauptschule“ ins Leben gerufen. Ziel ist die Entwicklung eines neuen Leitbildes, das im Rahmen des gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung trägt.

Im Mittelpunkt der Qualitätsoffensive steht die individuelle, begabtengerechte Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Die neue Hauptschule ermöglicht den Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft die optimale Nutzung und Entfaltung ihrer Potenziale.

Der Unterricht in der Hauptschule ist praxisnah. Im Projektunterricht erwerben die Schülerinnen und Schüler praktisches und theoretisches Wissen. Betriebspraktika bringen ihnen die Anforderungen von Beruf und Arbeitswelt näher und bereiten zusammen mit dem Lernbereich Arbeitslehre auf die Berufswahl und die Berufsausbildung vor.

Die Hauptschule will individuelle Begabungen der Schülerinnen und Schüler erkennen und weiter entwickeln sowie Benachteiligungen und Lernrückstände ausgleichen. Ab der Klasse 5 stehen folgende Fächer und Lernbereiche auf dem Stundenplan:

  • Deutsch
  • Gesellschaftslehre (Geschichte, Politik, Erdkunde)
  • Mathematik
  • Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik)
  • Englisch
  • Arbeitslehre (Technik, Wirtschaft, Hauswirtschaft)
  • Kunst, Musik, Textilgestaltung
  • Religionslehre
  • Sport
  • Englisch ist Pflichtfach von Klasse 5 bis 10

Da die Interessen und Leistungen der Schülerinnen und Schüler unterschiedlich sind, werden der Mathematik- und der Englischunterricht in den Klassen 7 bis 9 in Grund- und Erweiterungskursen erteilt. In diesen Kursen werden unterschiedlich hohe Anforderungen gestellt.

Ihre eigenen Schwerpunkte setzen die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7 bis 10: Der Pflichtunterricht wird jetzt durch den Wahlpflichtunterricht ergänzt. Gewählt werden kann zwischen erweiterten Angeboten in den Lernbereichen Naturwissenschaften und Arbeitslehre und in den Fächern Kunst und Musik. Aufbauend auf der informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen und Können in den Klassen 9 und 10 im Bereich Informatik vertiefen und erweitern.

Fester Bestandteil des Unterrichtsangebots an den Hauptschulen sind die schon erwähnten Ergänzungsstunden. Sie sollen vorrangig zur differenzierten Förderung von unterschiedlichen Schülergruppen in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und im Lernbereich Naturwissenschaften genutzt werden.

Abschlüsse

In der Hauptschule können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erworben werden:

  • der Hauptschulabschluss (nach Klasse 9)
  • der Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife).

Eine Besonderheit an den Hauptschulen ist, dass die Klasse 10 in zwei Formen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten geführt wird:

  • Klasse 10 Typ A
  • Klasse 10 Typ B

Mit dem erfolgreichen Besuch der Klasse 10 Typ B wird der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) erworben. Sind alle Leistungen mindestens befriedigend, beinhaltet dieser Abschluss die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Gesamtschulen oder eines vollzeitschulischen Bildungsgangs des Berufskollegs, der zur allgemeinen Hochschulreife führt.

Gemeinsamer Unterricht

Schüler und Schülerinnen, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung oder wegen erheblicher Lern- und Entwicklungsstörungen in einer allgemeinen Schule nicht hinreichend gefördert werden können, erhalten individuelle sonderpädagogische Förderung.

Außer in einer Förderschule kann – wenn die pädagogischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen erfüllt sind  - diese Förderung auch in „Gemeinsamem Unterricht“ erfolgen.

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